Freitag, 15. Februar 2019

DIY einfache Leine ▼ - Leder nähen für Anfänger




Diese Leine ist eigentlich als Resteverwertung von meinem Leder-Halsring entstanden. Ich habe vorsichtshalber einen viel zu langen Lederriemen bestellt und wollte die Reste dann natürlich auch sinnvoll verwerten. 
Dabei ist diese Leine entstanden. Anders als ich es erwartet habe ist sie mittlerweile meine Lieblingsleine. Sie ist leicht, liegt angenehm in der Hand und hat keinen unnötigen Schnickschnak.
Und für euch ist sie perfekt um das Ledernähen zu üben.



Wenn ihr es noch nicht getan habt, solltet ihr zuerst meinen Post über die Grundlagen zum Nähen mit Leder lesen.
Dort erfahrt ihr welches Werkzeug ihr braucht, wie eine Sattlernaht geht und vieles mehr. Ich werde in diesem Tutorial ab und zu darauf verweisen.




Allgemeines
Zeit: Das kommt darauf an, ob ihr schon Leder nähen könnt. Wenn ja, seid ihr spätestens in einer dreiviertel Stunde fertig. Wenn das euer erstes Mal ist, könntet ihr etwas länger brauchen. Nehmt euch aber diese Zeit, dann wird das Ergebnis umso besser!
Schwierigkeit: Leicht. Es ist ein perfektes Projekt um zu beginnen mit Leder zu arbeiten!
Kosten: ca 15 Euro für das Leder. Außerdem braucht ihr passendes Werkzeug das ihr aber schon ab 30€ bekommt (siehe Grundlagenpost)
Fazit: Diese Leine ist ein Projekt, das ich so nie geplant hatte und über das ich um so mehr froh bin es gemacht zu haben. Ich würde es jeder Zeit wieder basteln!



Ihr braucht
  • Lederwerkzeuge: scharfes (Cutter-) Messer, Nadel, Faden und entweder ein Schlageisen, oder eine Stechahle und ein Nähpony. (Siehe Grundlagenpost)
  • Fettleder Endlosriemen in der Farbe eurer Wahl. Breite: 18mm, Länge: je nach Vorliebe. Ungefähr 1,50m
  • Karabiner mit gerader 20mm großer Öse. Meinen habe ich aus einer alten Leine heraus geschnitten die mein Hund vor einiger Zeit durch genagt hat... Solche Karabiner gibt es aber auch zum Beispiel bei thal-Versand, in den meisten Reitsportgeschäften, oder im Baumarkt. Falls ihr einen schweren Hund habt, achtet darauf einen stabilen Karabiner zu wählen. Zum Beispiel einen "Heavy Duty" wie diesen hier.
Falls ihr einen kleinen Hund habt, oder lieber eine breitere oder schmälere Leine möchtet geht das natürlich auch. Achtet nur darauf, einen Karabiner mit passender Öse zu kaufen.
Außerdem würde ich bei einer deutlich schmälern Leine eine feinere Naht machen. Das heißt kleinere Nahtlöcher, schmälere Nadeln, und einen dünneren Faden. In einem der nächsten Projekte werde ich diese Materialien brauchen. Ich werde sie euch dort dann alle verlinken und hier auf den Post verweisen.
Auch mit der Länge könnt ihr variieren wie ihr möchtet. Von dieser einfachen Leine ist es auch kein großer Schritt mehr eine Größen verstellbare Leine zu machen. Passt euch diese Anleitung einfach nach euren Wünschen an.





Schritt 1

Fettleder ist durch den hohen Fettanteil schön weich und biegsam. Das führt aber auch dazu, dass es mit der Zeit in der Länge noch nachgibt. Man rechnet mit knapp 10% die das Leder noch länger wird. Das kommt aber auch ziemlich auf den Riemen an. (Deshalb ist Fettleder übrigens auch weniger geeignet für Gürtel).
Damit wir das vermeiden, "lägen" wir den Riemen bevor wir anfangen damit zu arbeiten. Nehmt ihn einfach zwischen beide Hände und zieht ihn auseinander. Ihr könnt auch mit einem Fuß darauf stehen und mit den Händen nach oben ziehen.
Macht das so lange, bis ihr das Gefühl habt, dass der Riemen nicht mehr nachgibt.




Schritt 2

Zuerst schneiden wir mit dem Cuttermesser die richtige Länge ab. Achtet darauf dass ihr unten am Karabiner und oben an der Handschlaufe jeweils ca. 5cm zusätzlich braucht, um das Leder zusammen zu nähen.
Damit die Leine an den Nähten später nicht doppelt so dick ist wie überall sonst, schärfen wir die letzten 5cm beider Enden des Lederstücks bis zu einem Drittel aus. Siehe Grundlagenpost bei "Ausschärfen".







Schritt 3


Nun beginnen wir mit dem Nähen.
Falls ihr noch nicht wisst, wie eine Sattlernaht mit und ohne Knoten geht, solltet ihr das zuerst im Grundlagenpost nachlesen und ein wenig üben.
Wir beginnen mit der Naht am Karabiner. Fädelt ihn auf den Lederriemen auf und klappt ca. 5cm vom Ende des Leders um. Sollte das Leder nicht biegsam genug dafür sein, könnt ihr es an dieser Stelle nass machen und in umgebogener Position trocknen lassen. Das sollte bei Fettleder aber eigentlich kein Problem sein.
Wenn ihr mit Stecheisen näht, könnt ihr jetzt die Löcher vorstechen. Achtet darauf das erste Loch so nah wie möglich an den Karabiner zu machen! Je näher es ist, desto besser wird er später sitzen.
Anschließend spannen wir das Leder in das Nähpony ein, wenn ihr eines habt. Beim Nähen mit Stecheisen ist die Oberseite links, beim Nähen mit Schwertahle rechts.
Wir nähen eine Naht mit Knoten, mit Überschlägen am Karabiner und vernähen vorne und hinten 2-3 Stiche. (Siehe Grundlagenpost "Vernähen"). 

Genau gleich nähen wir auch die Handschlaufe an.

Um sich ein bisschen Vernähen zu sparen kann man die beiden parallelen Nähte auch mit einem Stück Faden nähen. Dafür wird der Faden auf der Rückseite verzwirbelt. Rechts seht ihr wie das dann aussieht.
Dazu näht man die erste Naht bist nach unten, sticht mit dem Faden auf der Oberseite einen Stich nach hinten und verzwirbelt die Fäden auf der Rückseite.
Anschließend sticht man mit den beiden Nadeln von der Rückseite in das erste und zweite Loch, sticht mit dem Faden aus dem ersten Loch von der Vorderseite in das zweite Loch und näht dann ganz normal die zweite Naht weiter.
Wenn ihr möchtet könnt ihr das auch in diesem Video ab Minute 16:07 sehen. (Da das Lederstück hier sehr breit ist, werden ein paar Stiche in der Mitte gemacht, das brauchen wir bei unserer Leine aber nicht.)




Fertig!
Das war es auch schon. So schnell habt ihr eine einfache "Meterleine" für euren Hund genäht!
Wie immer: Bei Fragen könnt ihr mir jeder Zeit schreiben, zum Beispiel über Instagram, Facebook oder per Mail. -> Kontakt 
Ich würde mich auch wahnsinnig freuen wenn ihr mich verlinkt, oder mir Bilder davon schickt!
Hier findet ihr nochmal alle Tutorials zum Thema "Leder".
Schaut euch auf jeden Fall die anderen Anfänger Projekte wie zum Beispiel den Halsring oder den Ledergürtel, um den es im nächsten Post gehen wird, an! Eventuell könnt ihr das Leder dann zusammen bestellen, und spart so Versandkosten.

Ganz viel Spaß bei euren Leder-Projekten!
Eure Jacky ▽




1 Kommentar:

  1. Schön ausführlich beschrieben, danke. Wo ich allerdings Einspruch einlegen muss ist - das Nähpony ;) Das ist nicht unbedingt erforderlich, auch wenn es für den Anfänger damit wohl einfacher geht. Mit der Zeit kriegt man aber auch saubere Nähte ohne genanntes Hilfsmittel hin.

    LG

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